LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Starker Auftritt von Neela Szangolies in Kalbach beim Wintercup


Nach dem Aufgalopp für die Jüngeren Ende November 2022 nimmt die Hallensaison nun Fahrt auf. Seit vielen Jahren ist das Sportfest von Eintracht Frankfurt Anfang Januar immer für viele AthletInnen eine Standortbestimmung vor den Hessischen Hallenmeisterschaften, die am 21./22.2023 mit den Titelkämpfen der U 20 und U 16 ihren Anfang nehmen.

Während der Pandemie-Jahre ist ja alles etwas in Wanken geraten. Tototalausfälle, eingeschränkte Beteiligungen, Wettkampfgeschehen unter Corona-Auflagen – es waren nie normale Veranstaltungen. Nun also ein Neustart. Und auch der Name hat sich geändert. Hieß es bis 2020 noch schlicht und ergreifend ..….35., 36. und 37. Nationales Hallensportfest, so muss es jetzt ein Cup sein. Nach den Corona-gerechten Austragungen 2021 und 2022 war es nun der „3. Frankfurter Wintercup“. Cup ist neudeutsch und heißt bekanntlich Pokal. Aber worin nun der Pokalcharakter des Wettkampfes lag, hat sich dem geneigten Chronisten bisher nicht erschlossen. Auch die Lektüre von führenden Gazetten wie dem Usinger Anzeiger, Mannheimer Morgen oder NR-Kurier konnte nicht weiterhelfen. Aber immerhin ist auf der Homepage von Eintracht Frankfurt zu lesen, dass es sich um eine Traditionsveranstaltung handelt – nun ja, das liegt ja bei einer schon 3. Auflage auch sehr nahe. Ist aber eigentlich auch egal – die Wahrheit liegt ja bekanntlich eh auf der Bahn, in der Grube oder im Ring.

Und damit rein ins Geschehen. Die LG BSN war am 14./15.1.2023 in Kalbach mit insgesamt 24 TeilnehmerInnen recht gut vertreten. Darunter waren auch 7 der 11 Neuzugänge, die ab 1.1.2023 in den Farben der LG an den Start gehen. Und alle schlugen sich im Rahmen ihres Leistungsvermögens recht ordentlich. Da es für mehrere Athletinnen der erste Hallenauftritt seit langem war, war das keineswegs selbstverständlich.
Einer der Höhepunkte waren aus LG-Sicht die 800m-Läufe. Neuzugang Kristina Bijelic (sie kommt von der TSG Niederhofheim) stellte gleich in ihrem ersten Rennen im neuen Trikot einen neuen Hallen-Vereinsrekord (HVR) in der U 20 Kategorie auf. Bei ihrer Siegerzeit von 2:24,35 Min. verbesserte sie die 4 Jahre alte Bestleistung von Anne Gaugel gleich um rd. 5 Sek. Auch ihr männlicher U 20-Pendant Fabian Haag gewann die 800m. Mit seiner Siegerzeit von 2:13,06 Min. liegt er jetzt auf Platz 2 der Vereinshallenbestenliste – hinter Kai Strauch, der mit 2:00,19 seit 2015 Rekordhalter ist.

Schauen wir bei der Gelegenheit einmal in die Hallenbestenliste der Männer über 800m – dor rangiert auf Platz eins ein gewisser Christian Haag. Fabians Vater lief 1998 den bis heute bestehenden HVR bei den Männern – 1:54,93 sind nunmehr seit 25 Jahren unangetastet geblieben. Fabian war zuletzt für den TV Okriftel am Start. Seit dem 1.1.23 läuft er nun für die LG BSN und brachte seien Vater, der inzwischen beim TV Okriftel aktiv war und natürlich schon längst im Seniorenalter ist, auch mit zurück zur LG. Und da der Apfel bekanntlich nicht weit vom Stamm fällt, wird man in der Hallenbestenliste auch bei Michaela Haag fündig. Fabians Mutter rangiert auf Platz 3 der Kugelstoß-Hallen-Vereins-Bestenliste (HVBL) und ist auch auf Rang 9 im Weitsprung zu finden – jeweils bei den Frauen (2001). Vielen ist sie auch als Trainerin in der LG BSN in den Nuller-Jahren und später als Vorstandsmitglied im Kreisleichtathletik-Verband und als Stadionsprecherin bei Kreisveranstaltungen bekannt geworden.

Zurück zum aktuellen Geschehen. Stark über 800m auch ein weiterer Neuzugang – Anna Burkhardtova (kommt vom Königsteiner LV) lief als 2. In Kalbach mit 2:20,93 auf Platz 2 der HVBL. Vor ihr liegt nur VR-Halterin Silke Dittombée mit 2:19,65. Und noch ein überzeugender 800m-Auftritt: Bruno Heisig (W 15) überraschte unseren Mittelstreckentrainer Jörg Kruse mit einem beherzten Rennen – er startet eine Klasse höher bei den U 18 – und einer Steigerung auf 2:25,06 Min. Er verbesserte damit in seinem ersten Hallenrennen seit 4 Jahren seine Freiluftzeit 2022 über die beiden Stadionrunden um satte 4 Sekunden.

Der größte Teil der LG-TeilnehmerInnen betätigte sich in den 60m bzw. 200m-Sprints, einige auch im Weitsprung (für die lauflastige LG schon fast Exoten – abgesehen von unseren ungemein vielseitigen Seniorinnen). Schon früh in sehr guter Form ist Neela Szangolies (W 15). Sie startet hoch bei den U 18 und konnte mit 8,14 über 60m Platz 5 (bei 58 Starterinnen!) und über 200m mit 26,62 sogar Rang 3 (27 Teilnehmerinnen) belegen – bei den Älteren wohlgemerkt. Mit ihren Zeiten rangiert sie jetzt auch ganz weit vorne in den HVBL – Rang 3 über 60m (W 15) und Platz 5 über 200m (U 18). Neela ist für die kommenden Landesmeisterschaften sehr gut gerüstet.

Schnell unterwegs waren auch Johannes Nortmeyer und Kai Strauch bei den Männern. Beide kamen über 60m in den B-Endlauf, wo Johannes mit 7,14 als Dritter ins Ziel kam und Kai mit 7,25 Platz 7 belegte. In der HVBL liegt Johannes jetzt auf Platz 3 (den VR hält Steffen Trenk mit 7,08 seit 2015. Kai liegt mit seiner Bestmarke von 7,16 (gelaufen 2019) auf Rang 4. Kai lief noch die 200m und kam nach 22,76 auf Platz 7 ins Ziel (von 32 Startern!)). Stefano Butifar lief die 60m in 7,64 und die 200m in 24,45, konnte sich damit allerdings nicht im Vorderfeld platzieren. Seine Stärke liegt ohnehin über 400m. Auch Alexander Lierke (der aus beruflichen Gründen eigentlich nur noch zum Spaß läuft) blieb mit 7,86 im Vorlauf hängen. Vor 9 Jahren lief Alex die 200m in 22,78 und liegt damit immer noch auf Rang 3 der HVBL. Auch er war ein starker 400m-Mann – 2014 wurde er z.B. 6. bei den Hessischen Titelkämpfen in der Halle wie auch im Freien.

Für Rebecca Wollenweber und Nele Löwe (beide neu vom MTV Kronberg), Carla Emmanuele sowie Lydia Jamaleddine (alle noch W 14) ging es beim Start über 60m bei den teilweise deutlich älteren U 18-Mädchen um Wettkampfpraxis, daher war ein „Aus“ nach den Vorläufen auch nicht überraschend; ebenso wenig wie für Emma Höhn (W 15), die aber auch über 200m startete und dort mit 22,50 eine beachtliche Zeit lief. Das lässt für Emma bei den Hessischen U 16-Meisterschaften über 300m eniges erhoffen. Ähnliches gilt für Jonas und Daniel Meyer – auch sie noch 14jährig, aber gegen die U 18-Jungs (bis zu 3 Jähre älter) war es natürlich zu schwer. Jan-Hendrik Schuster (8,26) und Max Bönnen (8,05) sind schon in der Kategorie U 18), konnten sich aber auch nicht für die 60m Endläufe qualifizieren.

Gut vertreten auch unsere U 18-Sprinterinnen. Lena Burchard (neu von der TSG Niederhofheim) über 60m, Emilia Laux, Zoe Börner, Helen Petri, Johanna Althoff sowie Sarah Burkhardtova (wie ihre Schwester Anna neu vom Königsteiner LV) über 60m und 200m konnten sich aber in den großen Starterfeldern von 58 Teilnehmerinnen über 60m und 27 über 200m auch nicht auf den vorderen Rängen einreihen. Gleiches gilt für Zoe, Johanna und Helen im Weitsprung.

Staffelwettbewerbe waren leider nicht ausgeschrieben – da hätte man doch eigentlich Pokale ausschreiben können. Z.B. die früher so beliebten Wanderpokale……………….

FM