LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

DM-Medaillenregen für Anne Reuschenbach - Margret Göttnauer gewinnt DM Titel über die 3000m (HK-Art.)

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 5.3.2020:

Erfurt - Gleich 286 "Oldies" aus Hessen starteten bei den 19. Deutschen Senioren-Leichtathletikmeisterschaften in der Halle in Erfurt. Angegliedert waren auch die Winterwurfmeisterschaften (Speer, Diskus und Hammer). Aus dem Main-Taunus-Kreis ragte dabei Anne Reuschenbach (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain/W 40) heraus. Bei sieben Starts gab es für sie dreimal Gold ( Kugel/Speer u. 60 m Hürden) und viermal Silber (Diskus/Dreisprung, Stabhochsprung und 4 x 200 m Staffel). Mit einem Titel über die 3000 m konnte auch Vereinskameradin Margret Göttnauer (W 65) die Heimreise antreten. Dazu gab es für sie Bronze über die 800 m.

Das war für Anne Reuschenbach in der neuen Altersklasse der W 40 eine wahrlich glänzende Premiere. "Das Älterwerden mit dem Einstieg in die W 40 hat sich gelohnt", beschrieb Anne Reuschenbach mit einem Hauch von Ironie ihre "Erfurter Medaillensammlung" Die intensive Vorbereitung auf diese DM mit fünfmaligem Training in der Woche brachte reiche Ernte.
Besonders der Titel im Speerwurf war der vielseitigen Athletin wichtig. Diente dieser Wettbewerb doch auch der Vorbereitung für die EM am 21. März in Braga. Mit starken 35,63 war ihr der Sieg nicht zu nehmen. Da lagen gar zwei Würfe über 35 m.
Im Kugelstoßen wurde es am Schluss für Anne Reuschenbach eng. Bereits im ersten Versuch gelang ihr die Siegesweite von 10,56 m. Mit ihrem sechsten und letzten Versuch von 10,50 m aber kam Anke Blume (ASV Berlin) nochmals dicht heran. Aber es reichte nicht mehr.
Titel Nummer drei gab es über die 60 m Hürden in guten 10,20 Sekunden vor Dinah Robert (Sportclub Magdeburg) in 10,43 Sekunden. Nach verunglücktem Start kam Anne Reuschenbach gut in Schwung. Silber gewann Anne Reuschenbach im Diskuswurf mit 33,19 m die ihr im zweiten Versuch gelangen. Eventuell wäre mehr drin gewesen, da sie zugleich im Dreisprungwettbewerb, der parallel lief, startete. Auch hier war Gold drin. Mit ihrem letzten Versuch von 9,66 m setzte sich die LG-Athletin an die Spitze des Feldes. Doch Diana Tomulets (MTV 1877 Bad Kreuznach) konterte mit 9,74 m in ihrem letzten Versuch und verdrängte Anne Reuschenbach auf den zweiten Platz. "Auf Grund einer Fußverletzung war Dreisprung kaum Trainingsinhalt. Somit bin ich voll zufrieden", meinte das LG- Gold- und Silver- Girl.
Auch im Stabhochsprung war Gold greifbar. Gute 2,60 m bedeuteten Silber. Für Gold wären 2,70 m erforderlich gewesen

Einmal mehr trug sich Margret Göttnauer in die Meisterliste ein. Die 3000 m gewann sie in 13:02,13 Minuten. "Leider fehlte es an Konkurrenz, sonst wäre wohl eine bessere Zeit drin gewesen", meinte die vielfache Deutsche Meisterin. Der Titelgewinn fiel deutlich aus, die Vizemeisterin lief 13:24,76 Minuten. Bemerkenswert - Margret Göttnauer landete noch vor fünf jüngeren Läuferinnen, die gemeinsam mit ihr gestartet waren.
Über die 800 m lief Margret Göttnauer in 3:05,01 Minuten auf dem Bronzerang ein. Dabei lag sie 50 m vor dem Ziel noch auf Platz zwei, konnte diesen aber gegenüber die drei Jahre jüngeren Konkurrentin Roswitha Schlachte ( VfL Eintracht Hannover) nicht halten. "Meine Beine waren vom Vortag noch schwer. Das machte sich schon beim Einlaufen bemerkbar. Dennoch bin ich mit der Zeit zufrieden, da sie um drei Sekunden schneller war als im Vorjahr", zog Margret Göttnauer ein positives Fazit aus dem 800 m Lauf. Positiv sah sie auch ihren Auftritt über die 3000 m. "Auf Grund einer Oberschenkelzerrung konnte ich zwei Wochen nicht auf der Bahn trainieren, sonst wäre ich wohl schneller gewesen", befand die zweimalige Medaillengewinnerin von Erfurt.

Bronze gab es für Sarah Schraub (LG BSN/ W 35 über die 400 m. Gegenüber ihren bisherigen Läufen in dieser Hallensaison konnte sich Schraub erheblich steigern. Mit guten 65,13 Sekunden gab es für sie die Bronzemedaille. Die sicherte sie mit einem beherzten Rennen auf der Zielgeraden. Das war ihre erste Einzelmedaille. Gut auch ihr Auftritt über die 60 m. Aus ihrem Vorlauf qualifizierte sie sich mit 8,56 Sekunden für das Finale. Hier gab es in 8,58 Sekunden Platz sechs.

Eine weitere Silbermedaille gab es für die 4 x 200 m Staffel der W 35. Die Besetzung Sabine Müller, Sarah Schraub, Anne Reuschenbach und Franziska Zirnig lief 1:58,48 Minuten. Schneller war nur der Post-Sportverein Trier mit 1:52,06 Minuten. Sabine Müller und Sarah Schraub hielten sich gegen die starken Läuferinnen des VfV Spandau in Schlagdistanz. Anne Reuschenbach und Franziska Zirnig drehten dann mächtig auf und wurden mit einem Vorsprung von sieben Sekunden vor dem VfV Spandau souverän Vizemeister. "Unser Motto - wir können Staffel, hat sich erneut bewährt", jubelte das Quartett. Die Erfurter Zeit war etwas langsamer als in Kalbach, doch angesichts der Tatsache, dass Sarah Schraub, Franziska Zirnig und Anne Reuschenbach bereits einige Wettbewerbe in den Beinen hatten, war das zu verschmerzen.
Das Fazit der LG -Starterinnen: ein tolles Wochenende , nicht nur wegen der Medaillenausbeute, auch der Teamspirit stimmte.
(rmü)


FM