LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Silber und 3x Bronze bei Hessischen Meisterschaften



Die Corona-Pandemie mit all ihren Windungen und Weiterungen führte auch in diesem Jahr dazu, dass der etablierte Terminkalender gewaltig durcheinander geschüttelt wurde. So fanden die diesjährigen Hessischen Meisterschaften für Frauen und Männer fast am Ende der Saison statt – am 11./12.9.2021 in Friedberg. Also nach den Süddeutschen, den Deutschen und Olympia. Normalerweise läuft das umgekehrt – mit den entsprechenden Steigerungen. Die jetzige Konstellation führte dann auch zu recht gemischten Teilnahmefeldern – einige sehr dürftig, andere gut gefüllt. Die LG BSN war insgesamt gut in den Läufen vertreten – die Sprung- und Wurfdisziplinen wurden mit Nichtachtung bestraft. Und dabei hätte allein die Teilnahme an dem einen oder anderen Wettbewerb schon eine Medaille garantiert –so viel zum Thema Teilnahmezahlen.

Zur Bilanz. Auch wenn kein Hessentitel dabei war – insgesamt 4x glänzte Edelmetall vom Podium bei den Siegerehrungen. Wie so oft konzentrierten sich die LG-Starts auf die Sprints, einschließlich ihrer Langversion, der Stadionrunde.

Emelie Kastl und Tara Heurung – beide noch im U-Alter (Emelie U 16, Tara U 20) - starteten hoch und machten da weiter, wo sie in den vergangenen Wochen aufgehört hatten. Emelie als Hessische U16-Meisterin im 100m Sprint und deutsche Vizemeisterin über 300m und Tara als Hessische U 20-Vizemeisterin auf der 200m Strecke gingen nun über 100m bei den Frauen an den Start. Der Zeitplan sah vor, dass ab 12 Uhr zu jeder vollen Stunde ein Lauf auf dem Programm stand – Vor-, Zwischen- und Endlauf. Und Emelie und Tara waren mit Bravour und guten Zeiten in allen Läufen dabei. Emelie nähert sich über 12,81 und 12,83 im Endlauf dann mit 12,73 bis auf 5/100 ihrer persönlichen Bestzeit (PB), die bei 12,67 liegt. Dafür gab es dann am Ende die Bronzemedaille - für die jüngste Teilnehmerin im Sprintfeld. Taras 100m PB liegt seit dem letzten Jahr bei genau 13 Sekunden. Die ganze Saison über rüttelte sie an dieser Schwelle oder auch Mauer. 13,23 – 13,09 – 13,03 viel fehlte nicht. In Friedberg ging es dann weiter 13,01 im VL, 13,04 im ZL - bis der Endlauf kam. Und da platzte der Knoten - und wie. Keine 12,99 o.ä., sondern eine glatte 12,90 – PB um eine volle Zehntel verbessert (Rang 6 in der ewigen Vereinsbestenliste). Platz 5 war dann der angemessene Lohn für diese Steigerung.
Eigentlich war man nun gespannt, wie sich das auf ihren 200m-Start auswirken würde, der am zweiten Tag auf dem Programm stand. Aber Tara verzichtete zugunsten der 4x400m Mixed-Staffel. Und das sollte sich auszahlen.

Zum ersten Mal war eine gemischte 4x400m-Staffel der LG am Start – diese Strecke hat ja ohnehin sowohl bei den weiblichen als auch den männlichen Quartetten des Vereins eine große Tradition. Nun also in der Mixed Version. Diese Mixed-Staffel wurde 2017 in den internationalen Wettkampfkalender aufgenommen (zuletzt bei Olympia in Tokio)und erfreut sich naturgemäß in den Vereinen einiger Beliebtheit, die sonst weder bei den Frauen noch den Männern komplette Staffeln auf die eine bringen können. Der Ausweg ist dann oft nur in einer Startgemeinschaft (StG) zu finden, die in vielen Fällen aber zu fast grotesken Konstellationen und Wettbewerbsverzerrungen führen. Wenn etwa KaderathletInnen beschließen, sich als StG zu tarnen und so eher eine Landes- oder Bundesauswahl darstellen als eine auf Vereinsarbeit basierende Staffel. Der Chronist wartet immer noch auf seine „Traum-StG“ mit LäuferInnen aus Flensburg, Saarbrücken, Garmisch-Partenkirchen und Frankfurt/Oder…………

Im letzten Jahr fanden wg. Corona keine Staffelwettbewerbe statt und auch in diesem Jahr entwickelte sich das Staffelwesen eher schleppend. Die Teilnahmezahlen an den verschiedenen Landesmeisterschaften bleiben niedrig. Da war nun eine Mixed-Staffel eine gute Gelegenheit, doch noch an einem Staffelwettbewerb teilzunehmen.

Und das Quartett Stefano Butifar, Tara Heurung, Johanna Richardson und Kai Strauch nahm die Chance war, knüpfte an die oben zitierte Tradition an und gewann mit 3:44,15 Minuten hinter der siegreichen Staffel von Eintracht Frankfurt (3:39,89) die Silbermedaille. Bronze holte knapp dahinter der TV Groß-Gerau (3:44,25). Wobei der mehrfache Hessenmeister Kai Strauch in einem begeisternden Finish den deutschen 800m-Hallenmeister Oskar Schwarzer (Groß-Gerau) noch vom Silberrang verdrängen konnte. Was die Leistung wert ist, zeigt sich daran, dass die Vier nun mit 3:44,15 Minuten auf Platz 7 der aktuellen deutschen Jahresbestenliste liegen. Bemerkenswert dabei auch noch, dass zwar die beiden Männer Stefano und Kai schon 400m-Läufe in dieser Saison in den Beinen hatten, die beiden Frauen Johanna und Tara aber noch nicht. Und für Tara war es überhaupt der erste 400m-Lauf in einem Wettkampf.
Natürlich wurde damit auch der erste Vereinsrekord der LG-Geschichte in dieser Disziplin aufgestellt. Irgendwann muss ja mal der Anfang gemacht werden. Interessanterweise lässt z.B. der erste Vereinsrekord im Hammerwerfen der Männer – immerhin eine alteingesessene Disziplin - auch 37 Jahre nach Gründung der LG BSN immer noch auf sich warten.

Stefano Butifar war schon vorher solo unterwegs und hatte die 400m Einzel mit 52,46 Sek. auf Rang 5 beendet. Und auch bei den Frauen wurden die 400m von der LG bedient. Christina Richter gewann mit 61,71 Sek. die Bronzemedaille und stellte dabei auf die Hundertstel genau ihre PB ein. Damit liegt sie unverändert auf Platz 8 der ewigen Vereinsbestenliste.

Für die dritte Bronzemedaille war Patrick Hessami verantwortlich – er stand auf der untersten Stufe des 1500m-Siegerpodestes. Interessanterweise nicht für seine sonstige Spezialdisziplin 800m. Ein gelungener Testlauf beim Abendsportfest in Pfungstadt am 1.9. über 1500m (4:06,79 – Platz 4 in der ewigen LG-Bestenliste) hatte ihn zur Meldung über diese Strecke inspiriert. Auch wenn er mit 4:11,36 Minuten in Friedberg deutlich über seiner PB lag – es war ein Meisterschaftsrennen und da zählt am Ende zunächst mal der Platz und das war der bronzene Rang für Patrick.

Weiterhin war noch Patrick Gottschalk über 200m am Start – für einen Platz unter den besten 8 langte, seine 24,30 jedoch diesmal nicht.

Was noch bleibt ist das leichte Bedauern, dass wohl selten in der Geschichte der hessischen Landesmeisterschaften es in einigen Disziplinen so einfach gewesen wäre, eine gute Endkampfplatzierung oder gar eine Medaille zu erreichen, wenn mehr LG-lerInnen sich für einen Start entschieden hätten.

Insgesamt aber eine sehr erfolgreiche Bilanz der LG BSN bei diesen späten Landestitelkämpfen.


Sämtliche Resultate der Hessenmeisterschaften sind unter

https://dateien.leichtathletik.de/dateien/21L07000000004114/016e72a5-730a-4144-9112-7f47c2e72ee5/Ergebnisliste.pdf

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