LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Europameisterschaft Senioren Leichtathletik Madeira

Normalerweise fliegt man nach Madeira, um auf der schönen Blumeninsel Urlaub
zu geniessen.
Margret Göttnauer von der LG BSN wartete bereits seit März 2020, um dort an
den Europameisterschaften in Funchal an den Start zu gehen. Wie schon im Frühjahr wäre die ganze Veranstaltung fast wieder an Covid 19 gescheitert, die man ja jetzt in den Herbst Oktober/November verlegt hatte. Die Läufe in Funchal verliefen noch
wie geplant. Aber 1 Woche später wollte die Regierung von Madeira den Berglauf absagen. Nach vielen Diskussionen konnte dann doch gestartet werden.

Margret Göttnauer startete bei 4 Disziplinen; über 10 km, in der Cross-Lauf-
Staffel sowie auf der Halbmarathon-Distanz und gewann 5 x Gold ( 3 x Mannschaftsgold).
Beim abschließenden Berglauf bei Porto Moniz holte sie nochmals den Titel in der
W65 und mit der Mannschaft W 60.

Der 10 km Lauf am 29.10 begann um 20.30 Uhr in der Nähe von Christiano Ronaldos
Museum und führte durch die Straßen von Funchal und auch in die Altstadt, teil- weise über Kopfsteinpflaster. In der Dunkelheit gingen 154 Läufer(davon 39 Frauen)an den Start. Coronabedingt, aufgeteilt in Altersklassen mit je ca. 30 Läufern gingen zuerst die Männer auf den 5 km langen Rundkurs und anschließend
die Frauen. Bei einer Lufttemperatur um 22°, aber einer hohen Luftfeuchtigkeit und mit einer 500 m langen Steigung(40 hm) bei km 2 + 7 und teilweise schlecht beleuchteten Straßen doch anspruchsvoll. Hier gewann Margret die 1. Goldmedaille in einer Zeit von 47:59 min. sowie die 2. Goldmedaille in der Mannschaft W65.
Trotz der wenigen Konkurrenz hatte sie viele jüngere Männer und Frauen über-
holt.

Nach einer sehr kurzen Nacht fuhr am nächsten Morgen um 8.15 Uhr der Athleten-
Bus zum Parque Ecologico do Funchal.Dort starteten um 10 Uhr die Staffeln 3 x
2000 m im Crosslauf auf einer Höhe von 1510 m. 3 Läuferinnen bzw. Läufer bildeten eine Mannschaft. 2 Steigungen galt es zu meistern, wobei die erste 400 m lange Steigung es besonders in sich hatte. Zusammen mit Rita Schubert W65 und Gudrun Vogl W70 holte sich Margret Mannschaftsgold in der W 65.

Am 31.10. dann der Halbmarathon in den Straßen von Funchal mit vielen Steigungen Madeira besteht nur aus Auf und AB), vor allem die ersten 13-14 km.
Um 16 Uhr wurden in Blockstarts zuerst die Männer, dann die Frauen auf den Kurs geschickt. Zunächst waren 2 Wendepunkt Runden a´ 7 km zu laufen.
Viele hatten Probleme mit der Hitze von 27°, dem Kopfsteinpflaster und Kieselsteinpflaster in der Altstadt, wobei Margret mit den Steigungen besser zurecht kam. Mit 1:52,02 Std. lief Göttnauer durchs Ziel, vor Rita Schubert in 2:07,22 Std. wobei Rita eher Mittelstrecken läuft. Margret wurde vom DLV in die Mannschaft W 55 herunter gemeldet und auch hier erreichte sie mit Monika Wüster W55 1:36,28 und Gudrun Vogl W 70, 1:54,36 std. in 5:22,40 Std. den Titel in der W55. Ein paar Tage später folgte eine offizielle Erklärung des Veranstalters, daß die Strecke ca. 560 m länger war, da ein Wendepunkt falsch gesetzt war.

Endlich 6 Tage Pause, am 4.11. wurde nach Porto Moniz im Nordwesten Madeiras
umgezogen. Hier waren dann etwa 60 % Bergspezialisten versammelt, der Rest
versuchte sich zum Teil erstmals im Berglauf. Am 6.11. war es soweit. Per Bus
ging es wieder 30 minuten ins Gebirge nach Ribeira da Janela zum Start des
8,5 km langen Berglaufes. Über 1000 Höhenmeter mussten überwunden werden mit
den 140 m abwärts und wieder aufwärts. Um 14.15 Uhr nach Tagen mit Regen, Sturm
und Gewittern ging es dann bei Sonnenwetter los, zuerst die Frauen in 3 Startblöcken und 30 Minuten später die Männer.
Sehr hart war der Aufstieg aus dem Dorf über die vielen steilen Treppenstufen,
die sehr feucht und glatt waren. Danach ging es über harte Steigungen, die nur
im Gehen zu bewältigen waren,z.T. mit Zuhilfenahme der Hände und notfalls auch auf allen Vieren, über kleinste Pfade mit Wurzeln, Steinen, rutschigen Blättern,
durch Pfützen und Matsch (durch den starken Regen des Vortages verursacht).
Die Orientierung war nicht immer einfach und einige Läuferinnen waren vom Weg
abgekommen, so auch Margret. Verlust 40 sek. Man mußte permanent auf den Unter-
grund achten und auf die Markierungsfähnchen. Kurz vor dem Ziel blieb Margret
an einem Stein hängen und hatte Ganzkörperkontakt mit einer Pfütze. Nasstriefend
und vor Kälte bibbernd kam sie in 1350 m Höhe im Ziel an. Sie war glücklich,
diesen Hammer geschafft zu haben. Vor allen Dingen, daß dieser Berglauf überhaupt stattfand, da Madeira zu diesem Zeitpunkt schon alle Wettkämpfe ge-
strichen hatte, aber mit Hilfe der Bürgermeister und der EM Verantwortlichen
hatte man diesen Lauf noch durchziehen können. Auch hier wurde Margret Erste
in der W65in 1:26,56 Std. und Sieg in der Mannschaft W60 mit Rita Schubert W65
1:29,44 Std. und Dorit Stehr W60 in 1:37,34 Std.

Alle Sportler waren sehr dankbar für die gute Organisation und daß sie noch
starten durften, denn seit dem 9.11. gibt es auch auf Madeira einen Lockdown.

Der Besuch in Madeira war mit 7 Goldmedaillen zu 100 % erfolgreich.



WG