LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Saison 2020 - Rückblick (Teil 2) – Meisterschafts- und Rekordbilanz

Über die Besonderheiten dieser „Corona-Saison“ ist in diesen Spalten schon fast alles gesagt und berichtet worden. Nun sollen an dieser Stelle noch einmal die verschiedenen Meisterschaftserfolge und -resultate zusammenhängend bilanziert werden. Zusätzlich wird noch auf die Rekorde und Bestenlisten eingegangen.

Meisterschaften

Lange sah es ja so aus, als ob überhaupt keine Meisterschaften durchgeführt werden konnten. Die Austragung der Deutschen Meisterschaften im August in Braunschweig war so etwas wie der Durchbruch. Die für diese Titelkämpfe entwickelten Durchführungskonzepte dienten dann auch für manch andere Meisterschaft als Blaupause. Um es gleich vorweg zu nehmen: von den für uns relevanten Meisterschaften fanden nur die Titelkämpfe auf der Landesebene in Hessen statt. Kreis- und Regionalmeisterschaften, aber auch die Süddeutschen Meisterschaften und die Deutschen Hochschulmeisterschaften bekommen in diesem Jahr das Attribut Fehlanzeige. So wird schnell deutlich, dass die so reizvollen Vergleiche mit den Vorjahren komplett entfallen müssen. Und selbst bei den Hessischen wurde anhand der Teilnehmerzahlen deutlich, dass viele AthletInnen in diesem Jahr auf Wettkämpfe verzichteten. In Teil 1 des Rückblickes wurde darauf kurz eingegangen.

Das soll aber die Leistungen derjenigen, die sich für die Meisterschaften gewissenhaft vorbereiteten und dann auch starteten, überhaupt nicht schmälern. Die LG BSN war bei den drei Hessischen Titelkämpfen (U 16, U18/U20 und Aktive), die alle spät im August bzw. September stattfanden, insgesamt mit nur 5 Starterinnen vertreten – Tara Heurung startete bei der U 20 und bei den Frauen, Christina Richter und Paulina Risto in der U 20-Kategorie, Arne Kracke war bei der U 18 am Start und Emelie Kastl bestritt die für ihr Alter ungewöhnliche Kombination W 14/W15 und Frauen. Auf die Einzelheiten der Titelkämpfe wurde in den jeweiligen Berichten darüber an dieser Stelle bereits eingegangen.

Auf der Habenseite der LG BSN-Bilanz bei Hessischen Meisterschaften stehen eine Silbermedaille, eine Bronzemedaille und jeweils ein 4., 6.. 8., 9. und 10 Platz. Emelie Kastl war allein für drei Platzierungen verantwortlich: Neben der Silbermedaille über 300m (W 15) belegte sie über 100m Platz 4 bei der W 14 und Rang 6 bei den Frauen. Arne Kracke gewann Bronze im 100m-Lauf der U 18, die beiden U20-400m-Läuferinnen Christina Richter und Paulina Risto landeten auf den Plätzen 8 und 10. Am Beispiel von Tara Heurung kann man sehen, dass die Platzierungen allein oft nicht den Wert einer Leistung ausmachen. Über 200m klappte es in ihrer eigentlichen Altersklasse U 20 nicht so richtig, aber bei den Frauen legte sie eine tollen 200m-Lauf hin, der ihr Platz 9, aber vor allem eine gewaltige Leistungssteigerung mit starker PB einbrachte.
Arne Kracke und die genannten Athletinnen werden es verschmerzen können, dass es für sie keine Kreis- und Regionalmeisterschaften gab. Die jüngeren Schüler (U 14 und abwärts) traf es schon härter - für sie fanden überhaupt keine Meisterschaften statt, weder im Einzel noch im Mehrkampf.

Für die SeniorInnen gab es zwar keine Hessischen-, aber immerhin Deutsche Meisterschaften im Mehrkampf und im Gewichtwurf. Wie in dem HK-Pressebericht über diese Titelkämpfe ausgeführt, waren Sarah Schraub, Franziska Zirnig, Vanessa Lemence, Brigitte Lemence und Anne Reuschenbach bei den Titelkämpfen Mitte August in Zella-Mehlis recht erfolgreich und gewannen 3 Silbermedaillen - 5-Kampf-Mannschaft/W35-W40, Sarah Schraub (5-Kampf Einzel/W35), Franziska Zirnig (W35) im Gewichtwurf) - sowie 2 Bronzemedaillen - Brigitte Lemence (5-Kampf Einzel/W65) und Anne Reuschenbach (W40) im Gewichtwurf. Dazu kamen ein 4. Platz für Anne und ein 6. Rang für Vanessa Lemence (W35), jeweils im 5-Kampf.


Rekorde

Wer sich die bisherigen Berichte über die verschiedenen Wettkämpfe vor Augen hält, hat auf dem Bildschirm, dass in dieser so anderen Saison lediglich 1 Kreisrekord und 5 Vereinsrekorde zu Buche stehen. Vergleiche zum Vorjahr verbieten sich aus den bekannten Gründen und doch seien die 9 Kreisrekorde und 21 Vereinsrekorde in 2019 noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Auf die merklich geringere Zahl von Wettkampfgelegenheiten und praktizierenden Wettkämpfern wurde an anderer Stelle schon eingegangen. Wesentlich ist aber noch ein anderer Grund. Für die Schüler, insbesondere die U14- und U12-Klassen gab es kaum Startmöglichkeiten. Aber diese Altersklassen waren immer besondere „Rekordlieferanten“ – gibt es doch viele Altersklassen (immer nur ein Jahr) und damit auch immer wieder Altersklassenwechsel. Von den genannten Rekorden entfielen in 2019 insgesamt 4 KR und 9 VR auf die Schülerklassen. Und wenn dann eine Rekordjägerin wie Eileen Kessler, die in 2019 allein 5 Vereinsrekorde und 2 Kreisrekorde (bei U20) aufstellte, mal eine „Sabbatical-Saison“ einlegt, landen wir schnell bei den Zahlen, wie wir sie für 2020 notieren.

Dass nun ausgerechnet in dieser Saison allein 4 VR und ein KR von einer Schülerin aufgestellt wurden, klingt nur auf den ersten Blick verwunderlich. Emilie Kastl (W 14) ist zum einen ein vielseitiges Talent, auf der anderen Seite auch eine engagierte Wettkämpferin, die insgesamt 10mal and den Start ging. Überragend dabei ihr 300m KR mit 41,03 Sekunden – eine Leistung, mit der sie auf Platz 6 der Deutschen Bestenliste der W 15 liegt. Dabei haben wir hier die kuriose Situation, dass über 300m für die W 14-Klasse keine Kreisrekorde, wohl aber Vereinsrekorde geführt werden. So holte sich Emilie durch den Hochstart bei den Hessischen W 15-Meisterschaften in Darmstadt die Silbermedaille in dieser Disziplin und mit der Rekordzeit von 41,03 auch gleichzeitig den Kreisrekord in der W 15-Kategorie. Vereinsintern wird sie damit aber in der W 14-Klasse gewertet und hat dort nun den VR inne. Der W15-VR verbleibt bei Lena Naumann, auch wenn ihre Leistung (2009) mit 41,53 Sek. schlechter ist als Emilies Zeit. Aber das ist – zumal im Schüler- und Jugendbereich – nichts Ungewöhnliches, dass nämlich die Leistungen in den niedrigeren Altersklassen besser sein können als in den höheren.

Dass Emilie nicht nur eine sehr gute Läuferin ist, sondern auch gut werfen/stoßen bzw. springen kann, hat sie in der Vergangenheit schon bewiesen. So hält sie z.B. in der Kategorie W 13 den LG-Hallenrekord im Kugelstoß und im Dreikampf. Nun hat sie diese Fähigkeiten auch in der W14-Klasse im Freien unter Beweis gestellt und beim Herbstsportfest in Schwalbach mit 8,69 im Kugelstoß, 5,07 im Weitsprung und 1546 Pkt im Dreikampf gleich 3 neue VR aufgestellt.

Rekord Nr. 5 steuerte Seniorin Anne Reuschenbach bei und zwar nicht etwa in ihrer W40-Alterskategorie, sondern bei den Frauen. 34,01m lautet ihre neue Vereinsbestmarke im Hammerwerfen, aufgestellt im August beim Werfertag in Mutterstadt. Damit verbesserte sie nicht nur ihre alte Rekordweite um 26cm, sondern übertraf auch erstmals die 34m-Marke. Anne hält bis auf den Kugelstoß (Jutta Noll - 11,24 in 1997) sämtliche Wurf-VR (Diskus seit 2013, Speer seit 2017 und Hammer) sowie – zusammen mit Ellise Meyer und Sabine Müller – den VR im Mannschaftsvierkampf (seit 2017).

Aber nicht nur bei den Rekorden, die ja identisch sind mit Platz Nr. 1 der Vereinsbestenlisten, gab es Veränderungen, sondern auch auf den Plätzen dahinter. So gab es 18x Bewegung in den TOP 10 der Schülerklassen (trotz der o.g. „Defizite“), 5x bei den Altersklassen der Jugend sowie 3x bei den Männern und Frauen.

Die aktualisierten Bestenlisten sowie die Liste der Vereinsrekorde (Stand 26.10.2020) können auf der Homepage der TG Bad Soden eingesehen werden.

FM