LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Bronzemedaille für Sprinter Arne Kracke bei den „Hessischen“ der U 18

Zu Beginn der Freiluftsaison, die dann ja tatsächlich bis in den Juni auf sich warten ließ, war nicht abzusehen, ob es überhaupt Meisterschaften auf den verschiedenen Ebenen geben würde. Inzwischen sind viele Titelkämpfe, national wie regional, erfolgreich über die Bühne gegangen. Am vergangenen Wochenende nun auch die ersten Hessischen Meisterschaften, und zwar für die Jugend - in einem neuen Format, den besonderen Corona-Anforderungen an Veranstaltungen geschuldet.

Wurden früher die Titelkämpfe der Aktiven mit denen der U 18 sowie diejenigen der U 20 mit denen der U 16 kombiniert (u.a. um Hochstarten zu ermöglichen), so gab es in diesem Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit wieder „richtige“ Jugendmeisterschaften. Am 22./23.8. trafen sich die U 20- und U 18-Jahrgänge in Gelnhausen. Die Zeitplangestaltung machte Doppelstarts in beiden Alterskategorien gleichwohl möglich - jeweils morgens die männlichen und nachmittags die weiblichen AthletInnen. Auch sonst gab es die inzwischen bewährten Corona-Regelungen – u.a. keine Zuschauer, begrenzte Begleiterzahlen, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen.

Das ist auch gut und richtig so. Allerdings mutet es schon grotesk an, wenn die Behörden derartige Veranstaltungen nur mit den genannten Einschränkungen erlauben (man erinnert sich an die gähnend leeren Tribünen bei den DM in Braunschweig, auf denen die zugelassenen Leute in weitem Abstand saßen, aber Mund- und Nasenschutz tragen mussten), andererseits aber Feiern mit bis zu 250 Leuten erlauben (mit anschließender Schließung von Schulen und Kitas) und es zulassen, dass im öffentlichen Raum Tausende ohne alles sich stundenlang versammeln. Da läuft etwas gewaltig schief.

Zurück zum sportlichen Teil. Die LG BSN war mit einigen wenigen Sprintern (leider werden ja die Sprünge und Würfe nur noch bei den Seniorinnen bedient) vertreten, die sich aber platzierungs- und auch leistungsmäßig sehr ordentlich schlugen. Allen voran Arne Kracke, der bei der U 18-Jugend unerwartet die Bronzemedaille über 100m gewann.

Ziel war eigentlich zunächst „nur“ der Endlauf. Das war nach Einschätzung von Trainer Jochen Dittombée bei Betrachten der Meldeliste machbar und erst Recht, nachdem Arne im Vorlauf um 10.00 morgens seine Bestzeit um fast eine Zehntel auf 11,50 verbessert hatte. Er lief ohne Kontakt zu seinen Nebenleuten auf Bahn 1, da der Athlet auf Bahn 2 verzichtet hatte. Dazu herrschte ein Gegenwind von 0,4m/sec. Die ganze Saison hat er noch keinen guten Rückenwindlauf erwischt. Auch im Finale gab es da nichts Neues: -0,7 m/sec. Gegenwind. Nach der Hallensaison haben Trainer und Athlet am Sprintstil und an der Sprintausdauer gearbeitet. Das Ergebnis hat sich sehr gelohnt. Mit 11,45 und starkem Finish auf den letzten 3 Schritten belegte Arne einen fantastischen 3. Platz. Damit schob er sich auch gleichzeitig auf Platz 3 der ewigen Bestenliste der LG BSN vor. Einen Wermutstropfen gab es dennoch - auf die 200m musste er verzichten, da er sich im 100m-Finale beim Zielschritt gezerrt hatte.

Windmäßig ganz anders lief es bei Tara Heurung (U 20). Sowohl über 100m als auch über die doppelt so lange Sprintstrecke blies kräftiger Rückenwind, über 200m leider ein bisschen zu viel. Immerhin konnte sie ihre Saisonbestleistung (SB) von 13,47 um rd. 4/10 auf 13,15 verbessern. Zum Finaleinzug reichte die Zeit dann aber doch nicht. Und auch über 200m gab es eine Steigerung, und was für eine. Bei 27,54 lag ihre bisherige Bestzeit, bei 27,61 ihre SB. In ihrem Zeitlauf hatte sie auf Bahn 2 alle Läuferinnen vor sich und konnte in einem außergewöhnlich starken Rennen fast alle Mädels schlagen – 26,68 war ihre sensationelle Zeit, Platz 2 in ihrem Lauf und mit Platz 9 knapp eine Urkunde verpasst, das war die doch sehr gute Bilanz. PB um fast eine volle Sekunde verbessert – auf nur 200m eine bemerkenswerte Steigerung, auch wenn die Messung ergab, dass der Wind mit 0,2 m/sec. zu viel von hinten wehte. Aber die Zeit macht deutlich, dass sie nicht nur dem Wind geschuldet war. Zur Einordnung: regulär wäre es die viertschnellste jemals von einer U20-Läuferin der LG BSN gelaufene Zeit 200m gewesen.

Komplettiert wurde die LG BSN-Bilanz von den beiden 400m-Läuferinnen Christina Richter und Paulina Risto, die bei den U20 an den Start gingen. Christina hatte gehofft, nach ihrer PB von Neuenhain Anfang Juli nochmal unter 65 sec zu laufen und sich zudem gute Chancen ausgerechnet, sich unter die ersten 10 zu platzieren. Mit langem Schritt schob sie sich in ihrem Zeitlauf auf die dritte Position und kam sogar der Zweiten ihres Laufes noch gefährlich nahe. Mit 64,81 lief sie wieder eine starke Zeit unter 65 sec – das bedeutete Platz 8 in der Gesamtwertung. Bei Paulina Risto lief es nicht ganz so gut. War sie Ende Juni in Friedberg mit 64,63 noch gut in die Saison gestartet, so dauerte es in Gelnhausen 65,83, bevor die Uhren stillstanden. In der Endabrechnung bedeutete das Platz 10.

Am kommenden Wochenende stehen die nächsten Hessischen Titelkämpfe im Kalender – in Darmstadt werden die Meisterschaften der U 16-Schüler ausgetragen. Von der LG BSN wird Emelie Kastl am Start sein (100/300m).

FM