LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Silbermedaille für U 16-Schülerstaffel bei Hessenmeisterschaften

Durchschnittliche Masse, gute Klasse – so kann das Fazit lauten, wenn die LG BSN Bilanz der Hessischen U 20- und U 16 Titelkämpfe in der Halle zieht. Zwar war die Zahl der WettkämpferInnen, die am vergangenen Wochenende (25./26.1.20) in der August-Schärttner-Halle in Hanau in den blau-weiß-schwarzen Farben an den Start ging, zahlenmäßig eher überschaubar. Das hinderte aber die insgesamt 11 TeilnehmerInnen nicht daran, mit einigen bemerkenswerten Leistungen zu überzeugen.

Eine Medaille, ein 5. und ein 6. Platz sowie ein Vereinsrekord – das waren die Erfolge an der Spitze. Ähnlich wichtig für die Entwicklung unserer AthletInnen sind aber auch die zahlreichen persönlichen Bestleistungen (PB), gerade wenn sie bei Meisterschaften aufgestellt werden. Der Reihe nach.
Große Freude herrschte bei den U16-Jungs der 4x100m-Staffel über die vielleicht nicht ganz erwartete Silbermedaille. Fran Tomazic, Jan-Hendrik Schuster, Leo Burns (erst 13 Jahre) und Nicolas Popp belegten mit 53,99 (Rang 5 der Vereins-BL) hinter der siegreichen Staffel vom Wiesbadener LV den zweiten Platz und sicherten sich den begehrten Platz auf dem Podium. Und das, obwohl Trainerin Silke Dittombée kurzfristig wg. Krankheit ausfiel. Aber die beiden Nachwuchstrainer Eileen Kessler und Till Müller, die unter den Zuschauern weilten, übernahmen kurzerhand die Betreuung – mit sichtbarem Erfolg. Auch das sind Beiträge zum so wichtigen Teamgeist – auch und gerade in einer doch überwiegenden Einzelsportart wie der Leichtathletik.
Ein besseres Resultat erzielte in der Vergangenheit übrigens nur das Quartett Fabian Hromadka, Steffen Trenk, Kilian Gautsch und Nico Best, das 2009 mit der heute noch gültigen Vereinsrekordzeit von 49,05 die Hessenmeisterschaft gewann.

Zwar keine Medaille, aber ein hervorragenden Platz 5 mit einem sehr guten Vereinsrekord über 800m stand am Ende bei Emelie Kastl (W 14) zu Buche. 2:30,84min ist ihre neue Rekordzeit, mit der sie die alte Bestmarke aus 2007 von Ellise Meyer deutlich unterbot. Das zeigt die Qualität beider Leistungen. Zum einen widerstand Ellises Rekordzeit 13 Jahre lang allen Angriffen, zum anderen ist die neue Bestzeit dann auch ein Ausweis der Klasse. Es war innerhalb von wenigen Wochen bereits die zweite Vereinshallenbestzeit von Emelie über 800m. Beim Hallensportfeste des Kreis Frankfurt am 1.12.2019 hatte sie in der W 13-Kategorie die 800m in 2:35,23 bewältigt und damit ebenfalls eine neue Bestmarke gesetzt. Auch da wurde die alte von Ellise Meyer gehalten, die interessanterweise als 13-jährige schneller war als mit 14 Jahren (2:39,49 bzw. 2:41,82). Aber Hallenwettkämpfe gibt es nicht so viele und da muss man dann die wenigen oder manchmal gar einzige Gelegenheit zu einem guten Lauf nutzen. Das hat Emelie jetzt zweimal sehr überzeugend gemacht.

Die Staffeln der LG BSN waren im Wettkampfgeschehen schon immer eine feste Größe, Zwar waren diesmal nicht so viele wie in früheren Jahren am Start, aber dasw U 20-Quartett mit Mélanie Hamelin-Chalcou, Bérengère Gherardi, Paulina Risto und Johanna Richardson konnte durchaus überzeugen und war am Ende mit Platz 6 über 4x200m recht zufrieden. 1:53,39 zeigten die Uhren, das bedeutet Rang 9 in der ewigen Vereinshallenbestenliste. Die Bestmarke hält seit 2012 die damals sehr starke Staffel Lena Naumann, Ellise Meyer, Marlene Benzinger und Denise Wagemans mit 1:48,32.

Alle 4 Läuferinnen waren auch einzeln unterwegs. Johanna Richardson (U 18) hatte vor eine Woche über 400m den 5. Platz in ihrer Altersklasse belegt. Nun wagte sie sich auch in der höheren U20-Kategorie an den Start und schlug sich mit Platz 9 durchaus beachtlich; auch wenn sie mit 62,79 nicht ganz so schnell war wie vor einer Woche (62,31). Johanna war dennoch zufrieden, vor allem weil es insofern ein schwieriges Rennen war, als in ihrem Lauf die Führung sehr häufig wechselte. In der Halle werden ja nur die ersten 150m in Bahnen gelaufen, danach reihen sich die LäuferInnen ein. Bei Überholvorgängen kommt es dann häufig zu Rhythmuswechseln, die natürlich die Zeiten beeinflussen. Paulina nahm ebenfalls über 400m das Rennen auf, konnte sich aber mit 66,67 nicht auf einem der vorderen Plätze einreihen. Vereinsrekordlerin ist hier seit 2012 Ellise Meyer mit 60,16.

Bérengère und Mélanie steigerten über 200m erneut ihre PB auf nun 28,72 bzw. 28,77. Bérengère war auch im Freien noch nicht schneller und Melanie blieb in der Halle das erste Mal unter 29sek. Auch über 60m langte es für Mélanie mit 8,49 zu einer neuen PB. Zu einem Vordringen in den Zwischenlauf reicht die Zeit dann aber nicht. Auch Tara Heurung (U20), sonst eine der besten LG-Sprinterinnen, konnte wg. einer Fußverletzung und dazu noch einer Erkältung leider nicht ihre wahre Stärke zeigen und schied über 60m nach 8,49 im Vorlauf aus. Über 200m war sie dann gar nicht erst am Start.

Die LG BSN ist ja schon recht “läuferlastig“ und so war es etwas erfrischend, dass mit Theodora Bijelic (W 13) auch eine Weitspringerin an den Start ging. Allerdings gab es für sie in ihrer Altersklasse keine Meisterschaftswertung und so musste sie in der höheren Kategorie W 14 mitspringen. Mit 4,61m sprang sie PB, verpasste damit aber trotzdem knapp den Endkampf und belegte mit dieser Weite Platz 9. Was diese Leistung wert ist, kann man daran ablesen, dass sie damit auf Platz 2 der Vereinshallenbestenliste liegt. Nur Lena Naumann machte 2007 mit 4,71 einen größeren Satz in die Grube. Theodora kam zu Beginn des neuen Jahres von der TSG Niederhofheim. In 2019 belegte sie in der Kreisbestenliste in mehreren Disziplinen Spitzenplätze, nicht nur im Weitsprung.

Insgesamt war Trainer Christian Müller rundum zufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge.


FM