LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Mein erster Ironman (Frankfurt 2010) - Bericht von Bernd Schlitt

Ich hatte schon länger den Traum einen Ironman zu finishen und Mitglied der Gruppe „LG BSN Triathlon Iron(wo)men“ zu werden.

Ich war in 2007 für den IM-Klagenfurt und 2008 für den IM- Frankfurt gemeldet und konnte - verletzungsbedingt – leider beide Male nicht an den Start gehen.

Ich meldete mich in 2009 für den IRONMAN Frankfurt 2010 an und dachte darüber nach, wie ich eine gute Vorbereitung hinbekomme. Ich hatte bereits die Erkenntnis, dass ich mit einem Training nach dem Motto: „Viel hilft viel“ wahrscheinlich nicht ans Ziel kommen werde. So fragte ich Sabine Giller und Martin Kriewald - die die Trainingslehre inzwischen zu ihrem Beruf gemacht haben - , ob Sie mir bei meinem Vorhaben vielleicht helfen könnten. Sie sagten mir spontan ihre Unterstützung zu und haben mir in der Vorbereitungszeit mit Trainingsplänen und vielen Gesprächen geholfen.

Auch habe ich in meinen Freund Reini Schwarz immer eine super Unterstützung für mein Ziel gefunden. Er gab mir ebenfalls viele hilfreiche Empfehlungen (Zitat: „Habe ich Dir schon jemals was Falsches empfohlen“). Gerne wäre ich mit Ihm im März diesen Jahres ins Trainingslager nach Mallorca gefahren, um noch ein paar mehr Rad-Kilometer auf der Straße zu haben. Aber mein Arbeitgeber hatte etwas dagegen. Aber ein Trainingslager werde ich auch noch mit Reini erleben. Das wird nachgeholt.

Die Vorbereitungszeit war sehr schnell vorbei und der „Längste Tag des Jahres“ war bald Realität.

Mit dem Schwimmen geht es bekanntlich los. Als bekannt wurde, dass dieses Mal ohne Neoprenanzug geschwommen wird - die Wassertemperatur lag bei 25,7 Grad -, dachte ich noch: „Eigentlich gut für mich“. Das Wasser war dann aber an manchen Stellen so kalt, dass ich den einen oder anderen Krampf hatte und somit nicht meinen „Schwimmrhythmus“ fand. Meine Kerstin dachte schon, dass mich der Langner Waldsee für immer behalten wird.

Als ich dann endlich auf dem Rad saß, begann mein nächster Abschnitt. Durch einige Trainingsfahrten auf der IRONMAN – Strecke wusste ich, was da auf mich zukommt. Es waren angenehme Temperaturen und ein leichter Gegenwind bis Bad Nauheim. So lief die erste Radrunde sehr gut. In der zweiten Runde frischte der Wind deutlich auf, so dass schon mehr Kraft investiert werden musste. Ich dachte einige Male: „Lass es gut sein, das wird nichts“! Aber ich wollte in die 2. Wechselzone kommen und habe mich damit motiviert, dass mein Freund Ronald Rix gerne diese Probleme hätte; denn er sitzt im Rollstuhl. Alles in allem war ich - im Nachhinein- mit meiner Radzeit von 6:18 Std. zufrieden. Dann begab ich mich auf Laufstrecke. Schon Wochen vor dem Wettkampf sagten mir Bine, Martin und Reini, dass ich nicht zu schnell loslaufen darf. Aber wen wundert‘s, ich war schnell. Statt einem Schnitt von 6:10 min/Km und langsamer, bin ich die ersten 2 Km in 11:17 min. (5:39 min/km) gelaufen: Ich habe aber dann sofort Gas rausgenommen.

Auf der Laufstrecke wurde ich von einer großen Fangruppe: Freunden, den LGlern und unseren Eppsteiner Freunden unterstützt, die immer wieder auf beiden Seiten des Main auf mich warteten und frenetisch angefeuert haben. Ich fühlte mich nicht unbedingt sehr gut, was man mir aber scheinbar nicht angesehen hat. Ich hörte immer wieder wie gut ich aussehe und wie locker ich bin….nur geglaubt habe ICH es nicht. Umso schöner ist es dann zu hören, dass ich meinen Marathon wie ein Uhrwerk abgespult habe. Das geht aber nur dank der Betreuung und Hilfe auf der Strecke. Und die war so sensationell, dass ich einen Laufrhythmus hinbekam, den ich bis ins Ziel halten konnte.

Als ich dann zum vierten Mal zu der Ausgabe der farbigen Bänder kam und mir das rosa Band ans Handgelenk gestreift wurde, wusste ich: „Du hast es vollbracht. Jetzt sind es nur noch 3 Km bis ins Ziel“.

Was dann im Zielkanal los war werde ich niemals vergessen. Fremde Menschen jubelten mir zu und klatschen mich ab. Der Hammer war aber, dass alle die mich seit 6 Uhr morgens am See unterstützt hatten, auch im Zielkanal waren und mich bejubelt haben. Ich bin stehengeblieben, um dies zu genießen. Mit einer Gänsehaut, die unbeschreiblich ist und habe versucht alle abzuklatschen und Ihnen zugerufen dass sie die Größten sind und ich es ohne Sie nicht geschafft hätte. Dann habe ich Kerstin einen Kuss gegeben, weil Sie den ganzen Tag Angst um mich hatte.(Bernd Schlitt)

Mit diesem überwältigten Gefühl bin ich ins Ziel gelaufen und jetzt ist es soweit „Ich bin ein IRONMAN“.

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Lieber Bernd,

wir sind ganz stolz auf Dich. Sowohl für Deine Trainingsleistung in den letzten 9 Monaten, als auch für den souverän abgeschlossen, längsten Tag des Jahres gestern (DEINEN Tag), ein ganz dickes Lob an Dich. Es war ein langer Weg dorthin, ein lang gehegter Wunsch von Dir. Das „Ankommen“ war das Ziel. Du hast es sogar unter den von Dir gewünschten 13 Stunden geschafft. Das freut uns alle umso mehr für Dich.

Wir haben ganz fest an Dich geglaubt. Als der 4. Juli da war und Du unverletzt an den Start gehen konntest, wussten wir zu 1000%, dass du an diesem 4. Juli 2010 zum „Eisenmann“ wirst!!! Ein – von Dir oben erwähntes - Aufgeben hätte es bei uns jedenfalls nicht gegeben ;-) Jede einzelne Minute bis zur 15 Std. Grenze wären ausgenutzt worden, um Dir an diesem Tag Deinen Traum zu erfüllen. Nur mit treuen Fans lässt sich das realisieren. Ich - Bine - weiß wovon ich rede ;-)

Bine & Bub

…& im Namen aller gestrigen Fans: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH.

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sg