LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Der Trainingslager Blog – Wallesau 2010

Bereits im Winter hatten wir (Dieter B. - unser Radbundestrainer - und Uwe M.- der 2010'er Rookie) alle Weichen für ein gemeinsames Trainingslager im Mai in Wallesau gestellt. Beide hatten wir aus beruflichen Gründen nicht die Möglichkeit, sich in Malle die notwendigen Kilometer für die IIRONMAN-Distanz zu holen. So lag es nahe, im Mai in Wallesau aufzuschlagen. Dieter als Ortskundiger hat die Hütte (3) klargemacht und unsere Familien (besonderer Dank an Annette und Pierre) haben den Hin- und Rücktransport übernommen. Wenn dann noch das Wetter mitspielen würde, stünde einer trainingsreichen Woche mit vielen Kilometern und der notwendigen Abwechslung nichts im Wege.

15.5. - Anreise: War eher unspektakulär und schnell. Zur Einstimmung gab es erstmal den Schwimmstart mit Kanalwasserprobe (ca. 8 ºC) mit dem kleinen Finger. Beim Einchecken auf dem Campingplatz (Pause von 13.00-15.00 Uhr) und Mittagessen in der Fuchsmühle (Pause zwischen 14.00-17.00) Uhr hatten wir etwas Pech. Dann war es halt ein schöner Lockerungsspaziergang zum Warmwerden (9 ºC). Der neue Waldsee-Stuben-Wirt servierte uns dann noch ein verspätetes aber leckeres Mittagessen -Gulasch mit Nudeln. Dank der gut funktionieren Heizung und Zusatzdecken war der Abend in Hütte 3 gerettet.

16.5. – Einrollen: Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedete sich Familie Martin Richtung Freizeitpark Geiselwind und Heimat, während sich die Protagonisten zur Auftakttour vorbereiteten. Immerhin waren ca. 4 Grad mehr und nur ein Regen-Restrisiko angesagt – fast Opti-Bedingen also. Am Start war Dieter wohl noch nicht ganz munter und wir hatten gleich die erste Abfahrt in Wallesau verpasst. Nach 18 Zusatz-km auf der B2 fanden wir aber auf die richtige Spur zurück und inspizierten in recht flottem Tempo die Roth-Runde. Kurz vor Eysölden gab es dann die erste Überraschung. Nach dem Motto LG-ler sind überall kamen plötzlich Annette und Brauni aus dem "Gebüsch". Sie waren von Nürnberg aus auf der gleichen Runde und hatten bereits knappe 100km auf dem Tacho. Ein paar Kilometer rollten wir bei einem Schwätzchen noch zusammen, ehe es dann hieß – der Solarer Berg ruft. Für Uwe so ohne Zuschauer eher unspektakulär, aber auf der 2. Runde bestimmt nicht ohne. Nach einem kurzen Abstecher an die Laufstrecke (Brücke in Eckersmühlen) ging es zurück nach Wallesau. Dieter bog zum Kaffeekochen ab, Uwe hängte noch 'ne kleine Runde dran. Beim Stretching in der Abendsonne und Kohlehydrieren (Dieters Nudeln mit Knobi, Paprika und Chilli – immer zu empfehlen) für den nächsten Tag klang der Tag gemütlich aus.

17.5. – Alles nach Plan: Heute stand eine Tour zur Fränkischen Seenplatte auf dem Plan. Erster Stopp der Brombachsee mit Challenge-Quartier-Check in Ramsberg. Und wir konnten uns vergewissern – Lage, Quartier und Vermieter - alles bestens. Da noch recht früh am Tag und kühl, ging es weiter zum Altmühlsee. Dort war dann Zeit für einen gemütlichen Kaffee am See. Auf dem Rückweg wollte Dieter unbedingt den Radweg zum Brombachsee ausprobieren, lt. Beschreibung ca. 80% asphaltiert. Am Ende waren es dann 80% Schotter und der Rest Waldweg. Unsere Räder haben's überlebt. Die Reststrecke nach Wallesau wollten wir eigentlich nur noch abradeln, aber weit gefehlt. Auf der rasanten Abfahrt nach Spalt erwischte es Dieter mit einem Platten. Er hat es gut ausgesteuert, zum Glück kein Sturz oder Verletzung. Mit leichter Verspätung zurück ging Dieter heute auf die kleine Extrarunde um die km gegenüber gestern noch etwas ausbauen, während sich für Uwe ein Koppel-Lauf anschloss. Nach dem obligatorischen Stretching wartete dann am Abend der Kühlschrank auf Nachfüllung. Da hieß es, noch mal aufs Rad nach Heideck zum nächsten Supermarkt. Dafür blieb anschließend die Küche kalt. Beim Platz-Wirt war – oh Gott, schon wieder – Nudeltag !

18.5. – Königsetappe: Das Wetter sollte bitte halten was es versprach – trocken bleiben. Die Strecke wurde im Vorfeld variable abgesteckt – irgend was zwischen 180 und 240km. Doch es kam mal wieder ganz anders. Schon am Start um 9.00 Uhr, nur 10 ºC und dicke Wolken statt Morgensonne. Bis Greding rollte es noch ganz passabel, dann wurde es feucht. Uwe, recht optimistisch mit ¾-Pants und ohne Überschuhe gestartet, musste nach der 1. Runde dann auch folgerichtig an die "Box". Dieter, der noch immer die dritte Runde im Kopf hatte, nahm derweil etwas raus. In Greding war der "Ausreißversuch" vorbei. Von da an ging es mit vereinten Kräften weiter. Bei gelegentlichen Stürmböen ab und an im Windschatten zu fahren, war ganz angenehm. Wirklich zermürbend war aber der immer wieder einsetzende Regen. Ganze 20km sind wir ohne Regenjacke gefahren. Dann kam der Moment der Entscheidung. Was machen wir, wenn es nach der 2. Runde in Wallesau regnet . . . - und es "schüttete". Mit zusammengebissenen Zähnen entschieden wir uns – weiter. Es folgte noch eine ½-Runde, Abkürzung Alfershausen. Uwe bog dann in Hipoltstein zum Kaffeekochen ab (mit 210km auf dem Tacho). Dieter (10km mehr) musste sich den Solarer Berg – "Zum Dritten" noch geben. Der Rest war dann pure Erleichterung, Belohnung – Kaffee, Kuchen, Weizen und Reispfanne a la Dieter und Vorfreude auf den morgigen Ruhetag.

19.5. Ruhetag: Gestört nur von Uwe's Lockerungslauf noch vor dem Frühstück, war der Rest des Tages Ruhe pur – gemütliches Frühstück, waschen, putzen, Mittagsschlaf und Stretchen am Abend. Das Wetter hielt was es versprach, es regnete nur einmal. Mit Pizza und Weizen ließen wir es noch ruhiger in den Waldseestuben ausklingen. Für morgen hoffen wir auf eine längere Regenpause, um die Ruhe bei der geplanten Radausfahrt fortsetzen zu können.

20.5. Tag ohne Thema: Aus Dauerregen war Nieselregen geworden. So warteten wir beim obligatorischen Morgen-stretching und Frühstück auf Besserung. Um 11:00 Uhr war sie dann nur minimal gefühlt, außerdem war es heute eh' wurscht, schließlich stand nur eine Runde auf dem Programm. Und damit keine Langeweile aufkam, zur Abwechslung mal im Uhrzeigersinn. Und zugegeben, 2-3 mal hätten wir uns fast verfahren. Dieter ließ es heute ganz locker angehen, Uwe setzte sich nach der Hälfte ab, da er noch einen Koppellauf drauf setzte. Selbstverständlich hatte sich Dieter wieder um den Nachmittagskaffee verdient gemacht. Dieter, mit sich und der Welt zufrieden, bereitete das Menü der Woche. Spaghetti mit Zwiebel-Chilli-Gemüse und Ravioli-Sauce brachten Uwe ordentlich ins Schwitzen ! Skeptisch dagegen schaute er wegen seiner "heiß" gelaufenen Achillessehnen auf den morgigen Tag.

21.5. Die finale Tour: Nach dem morgendlichen Lockerungslauf und Stretchprogramm warteten wir noch auf den 1. Sonnenstrahl (seit 3 Tagen), ehe wir uns kurz vor Mittag zum Aufbruch entschließen. Dieter geht bestens ausgeruht und motiviert auf die "schnelle Runde". Uwe dagegen muss mit Verdacht auf Sehnenscheidentzündung an den Fersen passen und macht sich auf den Weg zur nächsten Apotheke nach Hipoltstein. Wegen fehlender Sonnenstrahlen findet die Brotzeit erneut nicht auf der Terrasse statt. Dafür ist Dieter mit 'nem reichlich 30'er Schnitt total zufrieden mit sich und der Welt von der Runde zurückgekehrt und hat somit alle Vorgaben der Trainingswoche erreicht – Klasse ! Uwe hofft, morgen noch eine Chance zu bekommen.

22.5. Langer Lauf und Heimreise: Da heute nur noch ein halber Tag bis zur Abreise verbleibt, startet Uwe bereits um 6:00Uhr zu seiner finalen Tour, während Dieter sich vor seinem langen Lauf noch einmal umdrehen darf. Sozusagen als Belohnung für viel Fleiß und Schweiß der vergangenen Woche gibt es Frühstück auf der Terrasse und das, man glaubt es kaum, bei strahlendem Sonnenschein. Dieters Sohn holt uns ganz pünktlich am Campingplatz ab und wir landen am Nachmittag bei schönstem Pfingstwetter in Kelkheim, stolz auf zurückgelegte 1370 Rad- und 70 Laufkilometer.

(Uwe Martin)

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sg